Fast ein Jahr ist vergangen, seit Lea und ich mit dem Zug nach Freiburg gefahren sind, um den vermutlich günstigsten Toyota Land Cruiser der Schweiz abzuholen.
Schon die Rückfahrt nach Zürich war ein Abenteuer. Bevor wir überhaupt vom Grundstück des Verkäufers wegfahren konnten, verweigerte der alte Diesel den Dienst und musste mit unserem Jumpstarter wieder zum Leben erweckt werden.
Als er endlich lief, vereinbarten wir eine einfache Regel.
Nicht mehr abstellen.
Es gab keinerlei Garantie, dass er nochmals anspringen würde. Also richteten wir den Land Cruiser Richtung Zürich und hofften auf das Beste.
Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit schaffte er es nach Hause.
Gerade so.
Falls du das erste Kapitel dieses Projekts noch nicht gelesen hast, solltest du dort beginnen, bevor du mit diesem Update weitermachst.
Ein Jahr in der Werkstatt
Darauf folgte fast ein Jahr mit Abenden und Wochenenden in der Werkstatt.
Jedes Mal, wenn wir eine Arbeit von der Liste streichen konnten, kamen zwei neue hinzu.
Rostreparaturen.
Eine vollständige Überholung der Bremsen.
Elektrische Geister.
Fehlende Schrauben und Halterungen.
Falsche Ersatzteile.
Und Dutzende dieser kleinen Arbeiten, die erst sichtbar werden, wenn man ein altes Fahrzeug zerlegt.
Rückblickend ist kaum zu glauben, wie viel Arbeit nötig war, um diesen Land Cruiser wieder verkehrstauglich zu machen.
Ein grosser Meilenstein
Letzte Woche habe ich endlich das Gesuch an das Strassenverkehrsamt in Schafisheim geschickt, um einen Termin für die MFK zu beantragen.
Dieser eine Brief steht für fast ein ganzes Jahr Arbeit.
Zum ersten Mal, seit wir den Toyota aus Freiburg nach Hause gebracht haben, glauben wir wirklich, dass er gut genug für die Prüfung ist.
Hoffentlich.
Jeder, der schon einmal ein älteres Fahrzeug restauriert hat, kennt dieses Gefühl.
Du ziehst jede Schraube zweimal nach.
Du kontrollierst jedes Licht noch einmal.
Und trotzdem bist du überzeugt, dass du irgendetwas vergessen hast.
Jetzt können wir nur noch warten.
Ein wenig freundschaftlicher Druck
Als wäre das Warten auf die MFK nicht genug, kaufte sich mein Freund Gian Luca fast genau zur selben Zeit einen Land Rover, als ich den Toyota kaufte.
Seitdem stellt er mir bei jedem Treffen dieselbe Frage.
«Also … wann ist der Land Cruiser endlich fertig?»
Der Plan war immer, mit beiden Trucks gemeinsam auf Abenteuer zu gehen.
Kein Druck, Gian Luca.
Na ja … vielleicht ein klein wenig.
Das eigentliche Projekt beginnt erst danach
Die bestandene MFK war nie die Ziellinie.
Sie ist lediglich der nächste Meilenstein.
Im vergangenen Jahr haben wir noch nicht den Rottweiler Motors Truck gebaut.
Wir haben den Land Cruiser lediglich wieder brauchbar gemacht.
Sicher genug.
Zuverlässig genug.
Gut genug, um eine weitere Chance auf Schweizer Strassen zu erhalten.
Wenn alles nach Plan läuft, beginnt danach der eigentliche Spass.
Die Vision hat sich nie verändert.
Wir wollen ein Retro-Monster bauen, das genauso selbstverständlich Motorräder in die Alpen transportiert, Campingausrüstung durch Europa schleppt oder auf staubigen Pisten nach dem nächsten Abenteuer sucht.
Es warten noch genügend Ideen.
Andere Räder.
Praktische Verbesserungen.
Adventure-Ausrüstung.
Und unzählige kleine Details, die diesen müden alten Toyota langsam in den Rottweiler Motors Truck verwandeln werden, den wir uns seit dem Tag vorstellen, an dem wir das Ricardo-Inserat entdeckt haben.
Hoffentlich handelt das nächste Update nicht von einer weiteren Reparatur.
Hoffentlich beginnt es mit zwei einfachen Worten.
Er hat bestanden.